Astronomische Uhren in Museen

Auf dieser Seite erzähle ich, in welchen Museen man astronomische Uhren finden kann. Dabei geht es hier um die Länder Deutschland, Niederlande, Belgien,  Tschechien und Slowakei, Österreich, Schweiz, Frankreich und England. Fast all diese Uhren findet man auch auf der Liste der astronomischen Uhren (Ordner "Museen und Geschäfte" mit über 60 Museen und "Weitere Uhren"). Die Liste der Museen gibt es auch extra. Liste von Uhrenmuseum bei Wikipedia.

Deutschland

Auf jeden Fall von Bedeutung ist das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen. Dort findet man alle möglichen Uhren. Natürlich auch zahlreiche astronomische Uhren! In der Umgebung findet man auch viele Monduhren.

Viele Monduhren findet man auch in Ostdeutschland. Dort ist auch ein weiteres bedeutendes Uhrenmuseum: Deutsches Uhrenmuseum Glashütte. Neben zahlreichen Uhren findet man dort auch eine große astronomische Uhr.

Weiterhin ein Muss dürfte der Mathematisch-Physikalischer Salon in Dresden sein: viele schöne astronomische Uhren und Instrumente. Ein paar Meter weiter findet man in Dresden im Historischen Grünen Gewölbe und im Neuen Grünen Gewölbe auch alte astronomische Tischuhren.

Am Deutsches Museum in München findet man eine astronomische Uhr, drinnen habe ich aber keine gesehen.

Eine schöne Uhr gibt es auch im Deutschen Klingenmuseum in Solingen bei Köln. (Die Uhr kann auch den Lauf der Planeten anzeigen?)

Im Pfälzischen Turmuhrenmuseum in Rockenhausen (Museum für Zeit) findet man neben der großen Turmuhr noch ein paar andere interessante Uhren (auch viele Sonnenuhren) und einen netten Inhaber.

Ein Muss dürfte dann noch das Astronomisch-Physikalische Kabinett in Kassel sein. Das Personal war unfreundlich, das Fotoverbot ärgerlich, aber die Exponate sind dennoch sehenswert. Man findet dort nämlich auch einige unterschiedliche astronomische Uhren.

Mehr als eine Uhr findet man im Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg: eine astronomische Weltmaschine. Dazu gehört z.B. ein Planetarium.

Im Philipp-Matthäus-Hahn-Museum in Albstadt findet man ein 1:4 Modell der Ludwigsburger Weltmaschine. Das Original findet man übrigens im Landesmuseum Württemberg in Stuttgart. Im Keller findet man dort noch eine wahre Prunksammlung astronomischer Uhren. Auf jeden Fall sehenswert! Weitere Uhren aus der Werkstatt von Philipp-Matthäus-Hahn findet man im Hessischen Landesmuseum in Darmstadt.

Eine schöne, große astronomische Standuhr (Jahreskalender und somit auch Sternzeichen-Uhr) findet man noch im Schloss Weikersheim.

Die reichlichen Reste einer großen Hanse-Uhr findet man im St. Annen-Museum in Lübeck.

Eine Kopie der großen Kunstuhr aus dem Schloss Versailles findet man im Neues Schloss Herrenchiemsee.

Im großen Schwäbische Turmuhrenmuseum in Mindelheim findet man einen Nachbau des Astrolabiums von Winterthur.

Im Stadtmuseum in Rastatt findet man eine sehr interessante astronomische Uhr die aber nicht mehr läuft. Im Residenzschloss findet man anscheinend die Überreste einer Sternzeichenuhr.

Im Storchenturm Museum in Zell am Harmersbach findet man eine alte Mond- und Sternzeichen-Uhr.

Im Goehte-Haus in Frankfurt findet man gleich zwei astronomische Uhren. Eine zeigt nur die Mondphasen an und die andere auch das Sternzeichen. Die große Standuhr läuft sogar noch!

Im Mainfränkischen Museum Würzburg habe ich zwei interessante Uhren gesehen, die sogar liefen. Eine davon ist eine Standuhr mit Äquation und geographischer Anzeige.

Nicht laufen tut auch die sog. "Spiegeluhr" in der Burg Dankwarderode bzw. Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig. Interessant ist sie aber allemal.

Ein interessantes mechanisches Planetarium findet man im Schloss Friedenstein in Gotha. Freilich lief es auch nicht. Dazu findet man dort noch einige astronomische Instrumente.

Zu guter letzt findet man die angeblich größte Kunstuhr der Welt im Museum des Restaurant Gocklwirt in Stephanskirchen. Man braucht aber viel Glück oder 9 Begleiter, um sich die Uhr ansehen zu können. Ich hatte keins von beidem.

Niederlande

In der Niederlande findet man astronomische Uhren in mind. 4 Museen. Zum einen gibt es das interessante Klok & Peel Museum in Asten. Dort findet man eine riesige Uhr von 1982 und dazu noch einige andere interessante astronomische Uhren. Z.B. einen Nachbau der arabischen Uhr von 1206 (die älteste bekannte astronomische Uhr). Eine andere Uhr hängt z.B. an der Decke.
Man findet aber auch zahlreiche Reste alter, großer Uhren, die man bewundern kann (sie laufen noch!). Sonst konzentriert sich das Museum auf Glocken und den Nationalpark De Groote Peel. Auf jeden Fall einen Besuch wert.

Auf der anderen Seite findet man das älteste funktionierende Planetarium der Welt im Eise Eisinga Planetarium in Franeker. Auf jeden Fall einen Besuch wert! Man findet in dem Museum noch zahlreiche andere sehr interessante Uhren.

Weiterhin gibt es noch das Chronomium in Ootmarsum. Dort findet man außen und innen Monduhren.

Auch im Museum Speelklok in Utrecht wird man fündig. Neben Musikautomaten findet man auch einige Wand- und Standuhren, die astronomische Angaben machen.

Wer was kaufen will, ist in Amsterdam richtig. Bei Gude & Meis findet man auch astronomische Uhren.

Belgien

In Belgien führt kein Weg vorbei an Lier. Zumindest wenn man sich für Uhren interessiert.

Fündig wird man im Zimmerturm und Zimmerpavilion. Die große Jubiläumsuhr von 1930 zeigt u.a. Sonnenzirkel, Mondzirkel, Mondalter, Tierkreis, Woche, Jahreszeiten und die Gezeiten an.
Im Zimmerstudio findet man u.a ein Planetarium, Kalender, Himmelsgewölbe und Sternzeichen.
Die astronomische Wunderuhr zeigt alles mögliche an: u.a. Sternzeit, Selbstrotation der Sonne und der Planeten, Abstand Sonne-Erde, Sternschnuppen, Änderung des Polarsterns, Umdrehungszeit der Erde am Äquator, die Bahnen einiger Kometen und die Sarosperiode.
Zu sehen gibt es auch zahlreiche Tischuhren: mit Mondphasen zum Beispiel.
Ein wahres Highlight also!

Eine schöne astronomische Uhren findet man auch im Uhrenmuseum von Senzeille. Leider kann man sich die Uhr nur nach vorheriger telefonischer Voranmeldung ansehen. Ähnlich sieht es mit der großen Kunstuhr von Stokerij Rubbens in Wichelen aus.

Das größte feinmechanische Instrument der Welt ist 7 Meter hoch und befindet sich in Sint-Truiden im Festraets-Studio im Begijnhof. Sie besteht aus 20000 Einzelteilen. Leider gab es aber bei meinen beiden Besuchen keine Vorführung.

Ein schönes Highlight ist noch das Musée François Duesberg in Mons. Vergoldete Uhren und Porzellan ohne Ende. Darunter sind 3 Uhren mit Mondphasenanzeige.

Auch in Tschechien findet man ja zahlreiche astronomische Uhren. Es gibt sogar einige Museen. Das modernste und beste Uhrenmuseum ist sicherlich das Expozice času in Šternberk. Auch wenn man auf der Website keine astronomische Uhr findet, so gibt es dennoch eine sehr interessante astronomische Uhr dort.

Sicherlich sollte man auch Uherský Brod besuchen, wenn man sich für astronomische Uhren interessiert. Eine Uhr findet man am Rathaus. Eine im Rathaus und eine dritte im Muzeum Jana Amose Komenského. Laut Tourist-Info ist sogar eine vierte Uhr im Observatorium des nahe gelegenen Planetariums, was ich allerdings etwas bezweifele.

Eine weitere außergewöhnliche Uhr findet man im Ostravske Muzeum im Ostrava. Die Uhren bestehen aus fast 2500-Komponenten?

Ein sehr ungewöhnliches Exemplar findet man im Stadtmuseum in Ústí nad Orlicí. Die Uhr hat viele Anzeigen, aber das ungewöhnliche ist die Mechanik, welche auch Ketten beinhaltet. Diese Uhr ist rechts zu sehen.

Soviel zu Tschechien. In der Slowakei kenne ich hingegen nur ein Museum. Es ist das Uhrenmuseum Haus "Zum Guten Hirten" in Bratislava. Dort findet man eine Standuhr mit Mondphasen-Anzeige...

Österreich

In Österreich sollte man natürlich nach Wien fahren, um Uhren in einem Museum zu finden. Im großen, aber etwas versteckt gelegenen Uhrenmuseum in Wien findet man Uhren jeglicher choleur. Da gibt es natürlich auch jede Menge astronomische Uhren.

Nicht nur alte, sondern auch recht moderne Uhren findet man dort. Viele davon liefen nicht lange, deshalb sind sie im Museum gelandet. In einem Raum findet man auch ganz exotische Uhren. Auf jeden Fall sehr sehenswert.

Eine astronomische Uhr findet man auch im Stiftsmuseum in Mattsee und vielleicht auch im Museum der Sternwarte Kremsmünster.

Schweiz

Die Schweiz ist das berühmteste Uhren-Land, denn von da kommen die besten und teuersten Uhren (eine Armbanduhr mit Mondphasen-Anzeige von Omega kostet z.B. 8000 €). Die Uhren-Museen findet man in der französischen Schweiz. Die Straße der Uhren beginnt in Solothurn (Roamer) und endet in Genf (Rolex) oder in Frankreich in Besançon. Hinter Solothurn im ZeitZentrum in Grenchen gibt es 13 astronomische Uhren zu sehen. Es folgt Biel mit der Firma Omega. Im Omega Museum findet man zwar fast nur Armbanduhren (manche auch mit Mondphasen-Anzeige), aber eine Uhr ist ganz anders: eine künstlerische Astrolabiums-Uhr, die sehr beeindruckend ist. Weiterhin lohnt ein Besuch, da sich hier viel um die Apollo-Missionen der NASA dreht.

Als nächstes kommt Neuchâtel. Im musée d'art et d'historie findet man eine schöne astronomische Standuhr. Weiter geht´s nach La Chaux-de-Fonds zum internationalen Uhrenmuseum. Ein Museum der Spitzenklasse. Da findet man Uhren ohne Ende. Auch zahlreiche interessante astronomische Uhren sind dabei. Z.B. ein Nachbau von Giovanni Dondi´s Astrarium (aus Padua) aus dem 14. Jahrhundert. Dies ist eins der besten Uhrenmuseen überhaupt. 3 Fotos (nur eine kleine Auswahl) stammen von dort. Weiter führt die Straße über das Musée d'horlogerie du Locle in Le Locle (wo es wohl keine astr. Uhren gibt) nach Frankreich und führt bis nach Besançon. Man kann aber auch weiter nach unten fahren, denn auch in Genf findet man ein Uhrenmuseum: das Patek Philippe Museum. Aus Genf kommt auch die berühmteste Uhr her: die Rolex. Wenn wir schon mal bei teuren Uhren sind: sehr schön ist auch das Richard Mille Planetarium-Tellurium, dass aus Les Breuleux(?) her kommt.

Aber auch in Zürich und Luzern findet man noch große Uhrengeschäfte! In einem davon befindet sich das Beyer Uhrenmuseum. Ein kleines Museum mit einer sehr guten Auswahl an Uhren. Neben einem weiteren Nachbau von Giovanni de Dondi´s Astrarium findet man dort noch ein paar andere kleine astr. Uhren. Weiter östlich findet man im Museum Lindengut Winterthur noch die Reste einer Astrolabiums-Uhr (einen Nachbau findet man im Schwäbischen Turmuhrenmuseum in Mindelheim). Schwierig zuzuordnen ist die schöne, alte astronomische Uhr im Zytturm in Luzern. Es ist kein klassisches Museum, aber wenigstens eine Ausstellung.

Frankreich

In Frankreich wird man an Besançon nicht vorbeikommen, wenn man sich für Uhren interessiert. Das ist dort der Uhren-Hotspot. In der Kathedrale findet man ja dort Uhren ohne Ende (siehe übergeordnete Seite). Die Stadt bietet aber auch ein Musée du Temps (Uhrenmuseum). Da findet man sehr viele interessante Uhren! Einige davon laufen auch. Die Fotos unten stammen alle von dort.

In Besançon beginnt die Straße der Uhren, die bis nach Biel in der Schweiz führt. In Frankreich liegt auf der Straße noch Morteau, wo man ein weiteres Uhrenmuseum findet. Auch im Musée de l'Horlogerie de Morteau findet man astronomische Uhren.

Ein schönes Highlight findet man bei einer Führung durch das Schloss Versailles: Pendule astronomique de Passemant. Eine Kopie davon findet man übrigens im Neues Schloss Herrenchiemsee.

Das Foto rechts stammt aus dem Lorraine Museum in Nancy. Diese Uhren/Instrumente sind wohl alle außer Betrieb.

Zwei Mond- und Kalender-Uhren findet man im Museum of Decorative Arts in Lyon. Eine davon lief sogar. Allerdings darf man da keine Fotos machen.

England

In England stößt man in London auf mind. 3 Museen mit astronomischen Uhren.

Im Science Museum findet man den Prototyp der "Long Now"-Uhr. Sie soll u.a. die Mondphase und das Sternzeichen anzeigen. Eine sehr futuristische Uhr. Man findet aber auch eine alte Monduhr, die aber nicht geht.

Im Sir John Soane's Museum findet man auch eine interessante astronomische Uhr. Weiß nicht mehr, ob sie lief. Jedenfalls darf man dort keine Fotos machen. Dennoch lohnt sich ein Besuch!

Nicht verpassen sollte man natürlich das British Museum in London. Dort gibt es zwei Räume voller Uhren. Manche davon zeigen auch die Mondphase, ein Astrolabium oder anderes an, aber ich glaube, keine davon lief noch. Uhren aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert. Hier werden nur ein paar davon angezeigt. Da sind wesentlich mehr vorhanden!

Interessant könnte auch das Whipple Museum of the History of Science in Cambridge sein.

In Danzig in Polen ist womöglich das Turmuhrenmuseum noch interessant.